Hoher Besuch auf Deutschlands erster Pilotanlage zur Herstellung von Humusdünger aus Inhalten von Trockentoiletten.

Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg, besuchte am 01.März 2021 das Eberswalder Start-Up Finizio Future Sanitation, das gemeinsam mit den Kreiswerken Barnim eine zukunftsweisende Schließung des menschlichen Nährstoffkreislaufs erforscht. Der Geschäftsführer von Finizio, Florian Augustin, erklärt:

„Nährstoffe, die dem Acker in Form von Feldfrüchten entzogen werden, gelangen nach menschlicher Verdauung über die Wasserspültoilette ins Klärwerk.

Auf Grund der hohen Verdünnung und Schadstoffbelastung durch Haushalts-, Gewerbe- und Straßenabwässer, ist am Ende des Rohres eine ganzheitliche Nährstoffrückgewinnung und effiziente Eliminierung von unerwünschten Begleitstoffen kaum möglich.“

Abhilfe können dabei sogenannte Trockentoiletten schaffen, die die menschlichen Ausscheidungen unverdünnt und getrennt erfassen. Auf der Finizio Pilotanlage in Eberswalde werden diese Inhalte aus Trockentoiletten einem gezielten und mehrstufigen Aufbereitungsverfahren unterzogen, bei dem ein hygienisch unbedenklicher und hochwertiger Humusdünger entsteht. Damit könnten synthetische Düngemittel ersetz werden, deren Herstellung ca. 1,2% des globalen Energieverbrauchs und erhebliche Treibhausgasemissionen verursacht.

Wer in Zukunft nachhaltig produzieren will, darf nicht länger in linearen Abläufen denken, sondern in Kreisläufen. Also darüber, wie Reststoffe wiederaufbereitet und verwertet werden können – so wird es u.a. im Rahmen des EU Green Deal gefordert.

Axel Vogel, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz Brandenburg: „Das ist ein sehr interessanter Ansatz, um insbesondere den Phosphatkreislauf zu schließen. Unser Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung Brandenburg hat deshalb für die Ausbringung des auf diese Art gewonnenen Düngers eine zeitlich und räumlich befristete Ausnahmegenehmigung erteilt. Allerdings gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch erhebliche rechtliche Hürden zu überwinden und rechtliche Fragen auf EU-und Bundesebene zu lösen, bevor ein solches System auch außerhalb wissenschaftlicher Forschungsvorhaben angewendet werden darf.“

Finizios Humusdünger aus Inhalten aus Trockentoiletten, kurz H.I.T., fehlt es bislang an einer düngerechtlichen Zulassung. Es muss wissenschaftlich validiert werden, dass eine Rückführung von Recyclingdüngern aus Trockentoiletten in den landwirtschaftlichen Kreislauf schadlos für Mensch und Umwelt gewährleistet ist. Die in Eberswalde erarbeitete Datengrundlage ist dahingehend bereits vielversprechend.

„Wir freuen uns sehr, dass wir das Interesse der Landesregierung und Minister Vogel für unser Projekt geweckt haben. Unser Ziel ist es, die Pilotanlage weiter auszubauen und den Landkreis Barnim zu einer Modellregion für eine zirkuläre und klimaangepasste Landwirtschaft zu entwickeln“, so Finizio Geschäftsführer Florian Augustin.

Finizio | 01.03.2021

Weitere Informationen zur geplanten Pilotanlage: www.finizio.de

Foto Kreiswerke Barnim

Spatenstich für das neue „Gedächtnis“ des Landkreises

Am 23. Februar fand der offizielle Baustart des neuen Kreisarchivs des Landkreises Barnim statt. Unter Anwesenheit aller aktuell am Bau beteiligten Firmen und einiger Gäste wurde das erste große Bauprojekt der Kreiswerke Barnim durch den symbolischen Spatenstich bei frühlingshaftem Wetter begonnen. „Wir bauen für den Barnim, das Wetter lässt es nun wieder zu“, kommentiert Landrat Daniel Kurth mit einem Augenzwinkern die Umstände, die den Bauablauf durch die Winterwitterung der letzten Wochen verzögerte. „Wir freuen uns schon jetzt auf mehr Platz, besseres Klima für unsere historischen Dokumente und die zentralere Lage“, so Brigitta Heine, Leiterin des Barnimer Kreisarchivs über die Vorteile des zukünftigen Gebäudes. Ein wenig Geduld ist noch gefragt, die Fertigstellung des neuen Archivs ist für Juni 2022 geplant, der Umzug aller Dokumente in das neue Gebäude soll bis Ende 2022 erfolgen.

Nachhaltige und effiziente Immobilieninfrastruktur für den Barnim unter Beteiligung regionaler Firmen
Für die Kreiswerke Barnim GmbH ist es das erste Bauprojekt, das sie als Bauherr im Namen des Landkreises umsetzt. Der Kreistag hat im Dezember 2020 mit einem klaren Votum für die Erweiterung des Aufgabenspektrums der Kreiswerke gestimmt und damit die Entwicklung einer nachhaltigen Immobilieninfrastruktur für den Landkreis an die jüngste Kreistochter übertragen. „Wir werden hier am Standort unserer Aufgabe im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung des Landkreises auch im Bereich Bauen nachkommen und das Kreisarchiv unter Berücksichtigung hoher energetischer und funktionaler Ansprüche errichten“, beschreibt Christian Mehnert, Geschäftsführer der Kreiswerke die Philosophie des Baus, für welchen eine Investitionssumme von ca. 6 Millionen Euro geplant ist. Eine Investition in die Region, von der auch die ansässigen Firmen profitieren. Von den ersten sechs vergebenen Baulosen gingen fünf an regionale Handwerksbetriebe.

Vom Porsche-Autohaus zum liegenden Buch
Nach 20 Jahren Leerstand bekommt das verwaiste ehemalige Porsche-Autohaus in der Neuen Straße 3 im Eberswalder Stadtteil Nordend nun neues Leben eingehaucht. „Durch die Nutzung der bestehenden Bausubstanz, vermeiden wir zusätzliche Flächenversiegelungen, die ein Neubau an anderer Stelle verursacht hätte“, erläutert Jens Klare, M.A. Projektleitung, des Ahrensfelder Architekturbüros Formazin & Partner, einen Teil des Konzeptes. Nach einer umfangreichen Entkernung, bei der das Gebäude auch von den asbesthaltigen Altlasten befreit wird, beginnen die Um- und Anbaumaßnahmen. Der alte Gebäudeteil wird energieeffizient saniert und durch den Anbau zweier neuer Gebäudekomplexe ergänzt. Die Archivfläche erweitert sich von derzeit 1.600 m², die im alten Kreisarchiv in der Carl-von-Linde-Straße im TGE zur Verfügung steht, auf insgesamt 2.360 m². Optisch soll das neue Kreisarchiv als „Gedächtnis des Landkreises“ an ein liegendes Buch erinnern.

Intelligent und recyclebar
Das Gebäude soll höchsten Ansprüchen an Effizienz und Nachhaltigkeit gerecht werden. So arbeiten die Fachplaner*innen in enger Abstimmung für ein intelligentes Heizungs-, Lüftungs- und Beleuchtungskonzept. Eine energieeffiziente kompakte Bauweise wird durch die Optimierung der Außenfläche und die Aufteilung der Innenräume in Temperaturzonen erreicht. Ziel ist es, das Gebäude mit den energetischen Ansprüchen eines KfW-Effizienzhaus-Standards 55**, aber auch funktional und erweiterbar zu konzipieren. Das neue Archiv bezieht auch eine Regenwassernutzung und Wasserrückhaltung ein und bietet mit einem Gründach Lebensraum für Kleinlebewesen. Auch eine Photovoltaikanlage für das Dach ist geplant. Alle Baustoffe und Materialien sind recycelbar.

Transparenz und Bürgernähe
„Das Kreisarchiv soll für alle Barnimer*innen ein Ort der Begegnung sein, wo sie sich mit heimatkundlichen Dokumenten, aber auch mit Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung auseinandersetzen können“, ergänzt Landrat Kurth. Der gewählt Standort ist dafür ideal: In unmittelbarer Nähe befindet sich eine Bushaltestelle, die zukünftig Schulklassen oder interessierte Bürger*innen eine unkomplizierte Anbindung zum das „Barnimer Gedächtnis“ ermöglicht. Zugänglich und transparent soll nicht nur das Kreisarchiv selbst, sondern auch der gesamte Bauprozess gestaltet werden. Außerhalb der Baustelle haben die Kreiswerke eine Infobox installiert, in der sich interessierte Bürger*innen an festen Tagen über das Bauvorhaben informieren können. Zusätzlich wird eine Baufortschrittskamera das Werden des Kreisarchivs online dokumentieren. ** Im Vergleich zum Referenz¬gebäude mit den geforderten Werten der verbindlichen Energieeinsparverordnung benötigt das Effizienz¬haus 55 nur 55 % der Primär¬energie und der bauliche Wärme¬schutz ist um 30 % besser.

Bild: Wir bauen für den Barnim. Unter diesem Motto griffen die Beteiligten zur Schippe und starteten offiziell den Bau des neuen Barnimer Kreisarchivs. v.l. Julian Thielemann (IB Ziesche), Andreas Döhring (IB Hübner), Daniel Kurth (Landrat Landkreis Barnim), Andreas Rosenfeld (Projektleiter Barnimer Energiebeteiligungsgesellschaft mbH), Christian Mehnert (Geschäftsführer Kreiswerke Barnim GmbH), Brigitta Heine (Leiterin Kreisarchiv Barnim), Jens Klare (Projektleitung Formazin & Partner GbR)

Foto: Torsten Stapel

BDG ENTSORGT ÜBER 80 TONNEN NADELGEHÖLZ

Alljährlich erfolgt mit dem Start des neuen Jahres die Sammlung des ausgedienten, genadelten Weihnachtsbaumschmuckes in den Barnimer Ämtern und Gemeinden. An den zwanzig Sammeltagen im Januar hat die BDG insgesamt ca. 83 Tonnen Weihnachtsbäume abgefahren und zur thermischen Verwertung in das Eberswalder Holzheizkraftwerk gebracht. „Das sind 20 Tonnen mehr als im letzten Jahr“, stellt der Verkehrsleiter der BDG, Tino Pompetzki fest. „Offensichtlich haben sich mehr Barnimer*innen einen Weihnachtsbaum gegönnt beziehungsweise sind die Bäume auch etwas größer ausgefallen“, so die Beobachtungen.

Und in der natürlichen Weihnachtsdekoration steckt richtig Energie: Die gesammelten Bäume haben zusammen einen Heizwert von ca. 332.000 kWh, aus denen im Heizkraftwerk in Eberswalde ca. 111.000 kWh Strom gewonnen werden. Diese Strommenge würde ausreichen, um etwa 26 Einfamilienhäuser ein Jahr lang mit Strom zu versorgen.

Auch im nächsten Januar wird die BDG wieder alle Weihnachtsbäume einsammeln, die auf den öffentlichen Glascontainerstellplätzen in den Barnimer Städten, Ämtern und Gemeinden bereit gelegt werden.

emobility ladesäule des Ladenetz Barnim

Seit dem 18. Januar 2021 sind acht Ladesäulen des emobility Ladenetzes Barnim vorübergehend außer Betrieb genommen worden. Anlässlich einer eichrechtskonformen Umrüstung werden die Ladesäulen aus der ersten Ausbaustufe des öffentlichen Ladenetzes der Kreiswerke Barnim im Zeitraum 18. Januar bis 14. Februar 2021 abmontiert, technisch nachgerüstet und anschließend neu aufgestellt. Für die Dauer der Umrüstungsmaßnahmen haben E-Mobilist*innen die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge an Ersatz-Wallboxen nachzuladen. Diese stehen innerhalb des betreffenden Zeitraums als vorübergehende Ladealternative an den betroffenen Ladestandorten zur Verfügung. Für E-Mobilist*innen entstehen keine Mehrkosten.

Die eichrechtskonforme Umrüstung von Ladesäulen ist eine gesetzliche Vorschrift. Seit dem 1. April 2019 ist durch die Preisangabenverordnung (PAngV) vorgeschrieben, dass alle Ladesäulen ein geeignetes Messsystem aufweisen müssen, das die Menge an geladenem Strom adäquat misst und anzeigt. Da diese Verordnung erst nach der Planung der ersten Ausbaustufe des emobility Ladenetzes Barnim erhoben wurde, wird ihre Umsetzung nun fristgerecht nachgeholt und die betroffenen Ladesäulen nachträglich mit dem geforderten Messsystem ausgestattet.

Die Umrüstungsmaßnahmen betreffen die Ladepunkte am Parkhaus der Landkreisverwaltung (Goethestraße/Pfeilstraße, 6 Ladepunkte) und in der Brunnenstraße 26 (2 Ladepunkte) in Eberswalde. Im Amtsgebiet Britz-Chorin-Oderberg sind die Ladestandorte Britz (Eisenwerkstraße, 2 Ladepunkte), Chorin (Parkplatz Kloster, 2 Ladepunkte), Oderberg (Hermann-Seidel-Straße 63, 2 Ladepunkte) und Niederfinow (Lieper Schleuse 6, 2 Ladepunkte) im Umbau befindlich. Auch die Ladesäulen am Marktplatz Biesenthal (1 Ladepunkt) und Bernau (Jahnstraße, 2 Ladepunkte) sind von den Umbaumaßnahmen betroffen.

Das emobility Ladenetz Barnim wurde 2019 als öffentliche Ladeinfrastruktur für E-Mobilist*innen von den Kreiswerken Barnim auf den Weg gebracht und wird durch die Tochtergesellschaft Barnimer Energiebeteiligungsgesellschaft (BEBG) umgesetzt. Dank der öffentlichen Förderung durch Mittel des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur), EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung) und des Landes Brandenburg (ILB) konnten bislang 44 Ladepunkte in zwölf Barnimer Orten in Betrieb genommen werden. Zehn weitere öffentliche Ladesäulen sollen im Rahmen der dritten Ausbaustufe Ende Januar 2021 ans Netz gehen, darunter in Ahrensfelde, Eberswalde, Wandlitz und Werneuchen. Ziel der Kreiswerke Barnim ist es, E-Mobilist*innen alle 10 bis 15 Kilometer eine öffentliche Nachlademöglichkeit zur Verfügung zu stellen und damit die Energie- und Mobilitätswende im Landkreis Barnim zu unterstützen und voranzutreiben. Die vierte und fünfte Ausbaustufe des Ladenetzes befinden sich derzeit in der Vorbereitung.

Bild: Acht öffentliche Ladesäulen des emobility Ladenetzes Barnim werden von Mitte Januar bis Mitte Februar 2021 technisch umgerüstet. In der Zwischenzeit können E-Mobilist*innen an Ersatz-Wallboxen nachladen. Auch von der Umrüstung betroffen: die Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Schiffshebewerks in Niederfinow. (Foto: KWB)

Wertstoffhof Althüttendorf (Foto: Torsten Stapel)

DIE HAUSHALTSNAHE ENTSORGUNG VON DEN AKTUELLEN EINSCHRÄNKUNGEN NICHT BETROFFEN

Mit der aktuell von Bund und Ländern beschlossenen Lockdown-Verlängerung bis zum 14. Februar 2021 bleiben auch die sechs Barnimer Recycling- und Wertstoffhöfe weiterhin geschlossen.

Reguläre Abfallentsorgung uneingeschränkt gewährleistet
Die reguläre Entsorgung der Abfallbehälter für Hausmüll, Biomüll, Pappe und Papier sowie der gelben Säcke und des Sperrmülls ist von den Einschränkungen im Rahmen des aktuellen Lockdowns nicht betroffen. „Unsere Fahrer sind in voller Stärke im Einsatz und solange Covid-19 einen Bogen um die Belegschaft der BDG macht, ändert sich daran auch nichts“, gibt sich Verkehrsleiter Tino Pompetzki zuversichtlich. „Wir haben zudem die Entsorgungskapazität im Bereich Pappe und Papier sowie Sperrmüll aktuell erhöht, sodass wir die Bürger*innen zumindest in diesem Bereich etwas entlasten können“, informiert Pompetzki weiter.

Entsorgungsmöglichkeiten für Handwerker bleiben bestehen
„Wir bedauern die Schließung der Höfe sehr, da wir die Entsorgungsbedürfnisse der Barnimer*innen kennen. Umso mehr bitten wir um Verständnis für die aktuelle Ausnahmesituation und weiterhin um Geduld“, so Sven Ulonska, der als Bereichsleiter bei der BDG für den Betrieb der Wertstoff- und Recyclinghöfe zuständig ist. „Für die Barnimer Handwerksbetriebe werden wir weiterhin Möglichkeiten der Entsorgung anbieten“, so Ulonska. Nähere Informationen dazu erhalten die Handwerksbetriebe über die zuständigen Handwerkskammern und Unternehmerverbände.

Kundenbetreuung nicht persönlich zu erreichen
Auch die Kundenbetreuung der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft ist der nächsten Zeit nur eingeschränkt erreichbar. So werden persönliche Besuche in den beiden Eberswalder Kundenbüros in der Friedrich-Ebert-Straße 10 und den Ostender Höhen 70 bis voraussichtlich 14. Februar ebenfalls nicht möglich sein.

Die Kundenbetreuer*innen sind jedoch weiterhin per E-Mail (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) sowie telefonisch unter (03334 526 20 26, -27, -28) montags bis donnerstags von 9:00 bis 16:00 Uhr und freitags in der Zeit von 9:00 bis 13:00 Uhr zu erreichen.

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