Bioabfälle sollen 2024 energetisch genutzt werden

Der Landkreis Barnim konnte nach einer dreijährigen Pilotphase die Biotonne im letzten Jahr flächendeckend im gesamten Landkreis einführen. Mit einem Anschlussgrad von über 80% erfreut sie sich entgegen anfänglicher Skepsis auch im ländlich geprägten Barnim großer Beliebtheit. In 45.000 Behältern werden in diesem Jahr voraussichtlich 20.000 Tonnen wertvolle organische Abfälle getrennt eingesammelt. Die gesammelten Abfälle gehen bisher in eine zertifizierte Kompostieranlage, in der sie zu hochwertigem RAL-gütegesichertem Gartenkompost verarbeitet werden. Seit 2016 können die Barnimer Bürger*innen den „Wachstumswertstoff“ an den zwei Recycling- und vier Wertstoffhöfen des Landkreises kaufen.

„Mit dem Barnimer Gartenkompost ist es uns erstmalig gelungen, einen Stoffkreislauf komplett zu erschließen“, freut sich der Geschäftsführer der Kreiswerke Barnim Christian Mehnert. Bei der rein stofflichen Verwertung soll es allerdings nicht bleiben. „Wir wollen zukünftig unbedingt das energetische Potenzial der organischen Abfälle nutzen.“ Und damit soll auch der 2015 im Landkreis Barnim beschlossenen Bioabfallstrategie Rechnung getragen werden, die eine hochwertige Verwertung  der Bioabfälle vorsieht.

Dafür suchen die Kreiswerke Barnim aktuell nach einem Investor, der bereit ist, eine Bioverwertungsanlage zu errichten und zu betreiben. Im Moment werde die Markterkundung durchgeführt. „Wir suchen einen Partner, der in der Lage ist, neben Anlagenbau und -betrieb auch ein geeignetes Grundstück fristgerecht mit in eine Kooperation einzubringen“, beschreibt Mehnert die Anforderungen an den Investor. Die Investitionskosten werden in Abhängigkeit der Anlagengröße bei bis zu 25 Millionen Euro liegen.

Um eine konstante Auslastung und einen wirtschaftlichen Betrieb der künftigen Biogasanlage zu gewährleisten, stehen die Kreiswerke in Abstimmung mit den Nachbarlandkreisen Oder-Spree und Märkisch-Oderland, um hier eine gemeinsame Planung voranzubringen.

Ziel ist es, bis spätestens Ende 2024 mit der Biogasanlage ans Netz zu gehen.

KWB | 27. August 2020

Schon ein Jahr lang auf den Barnimer Straßen unterwegs:  einer der BARshare-Renaults, hier im „Geburtstagsgewand“

Kreiswerke Barnim ziehen positive Zwischenbilanz 

Im Juni 2019 konnte mit BARshare ein E-Mobilitäts- und Sharingangebot für den Landkreis Barnim auf den Weg gebracht werden. Den ersten Geburtstag nahmen die Kreiswerke nun zum Anlass, die Entwicklungen des ersten Jahres zu resümieren und die bisherigen Erfolge von BARshare im Rahmen eines BARshare-Geburtstagsmonats vom 15. Juni bis 15. Juli 2020 zu feiern.

Insgesamt 77 Neuanmeldungen hat BARshare in den vier Geburtstagswochen erhalten, in denen die Anmeldung statt der regulären Gebühr von 10,00 EUR vorübergehend kostenlos war. Die 500. Anmeldung, welche mit einem Gutschein für ein kostenloses BARshare-Wochenende belohnt werden soll, war bereits nach der ersten Woche des Aktionsmonats erreicht. Der Gewinner ist bereits informiert. Das BARshare-Team der Kreiswerke Barnim freut sich über das wachsende Interesse der Barnimerinnen und Barnimer an dem klimafreundlichen und ressourcenschonenden E-Mobilitätsangebot. Dieses soll im Landkreis Barnim zu verbesserter Mobilität im ländlichen Raum beitragen und gleichzeitig einen kommunalen Beitrag zur Energie- und Mobilitätswende leisten.

Im Rahmen des einjährigen Jubiläums führte das BARshare-Team überdies Gespräche mit den bisherigen Partnern, welche durch ihre Unterstützung zum erfolgreichen Start des Angebots beigetragen haben. Hauptnutzer, Mitnutzer und Servicepartner waren gefragt, Auskunft über ihre persönlichen Erfahrungen mit BARshare im ersten Jahr zu geben. Das Ergebnis ist eine Reihe eindrucksvoller Interviews, welche seit Juni unter dem Stichwort „Erfahrbar“ auf www.barshare.de nachgelesen werden können. „Diese Erfahrungsberichte helfen uns sehr, die bisherige Entwicklung von BARshare zu reflektieren und zu überlegen, wie das Angebot sinnvoll und bedarfsorientiert weiterentwickelt werden kann“, zeigt sich das BARshare-Team der Kreiswerke dankbar. Dass ein derart neues Mobilitätskonzept auf Basis des Grundsatzes „Teilen statt besitzen“ Zeit braucht, um sich zu etablieren, ist der Tochtergesellschaft des Landkreises bewusst.

Mit 22 E-Autos und drei Lastenrädern an insgesamt zwölf Standorten in fünf Barnimer Orten konnte BARshare 2019 an den Start gehen. Die Finanzierung des Mobilitätskonzepts sowie die Beschaffung eines Start-Fuhrparks mit dazugehöriger Ladeinfrastruktur erfolgte aus Fördermitteln des EFRE (Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung), des ILB (Land Brandenburg) und des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) im Umfang von etwa 140.000 EUR. Aktuell nutzen acht Hauptnutzer mit 342 registrierten Fahrer*innen sowie 549 Mitnutzer*innen das Angebot, um innerhalb des Landkreises Barnim Fahrtwege umweltfreundlich und ressourcensparend zurückzulegen. Mithilfe einer zweiten Förderstufe des BMVI im Umfang von etwa 214.000 EUR soll der Fuhrpark im Laufe dieses Jahres auf 45 Fahrzeuge und zugehörige Ladesäulen an weiteren Barnimer Standorten erweitert werden, darunter in Werneuchen und Ahrensfelde.

Jörg Schellhase, Leiter des Liegenschaftsamts Britz-Chorin-Oderberg, an der neuen Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Schiffshebewerks Niederfinow

Neue Ladesäulen in Niederfinow und Eberswalde

Die kommunale Ladeinfrastruktur des emobility Ladenetzes Barnim wächst weiter. Ende April 2020 konnte eine neue Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Schiffshebewerks Niederfinow in Betrieb genommen werden. Nun sind auch zwei Ladesäulen am Zoo sowie am Familiengarten in Eberswalde fertiggestellt worden. Damit kann die 1. Ausbaustufe des Projekts emobility Ladenetz Barnim der Kreiswerke Barnim mit 19 Ladepunkten erfolgreich abgeschlossen und die Realisierung der nächsten Ausbaustufe vorangetrieben werden.

Zwei Ladesäulen der Stadt Eberswalde gehen ins emobility Ladenetz Barnim über

Die zwei Eberswalder Ladestandorte sind nicht neu: Bislang wurden die Ladesäulen am Zoo, Wasserfall 2 und in der Lichterfelder Straße 11 durch die Stadt Eberswalde betrieben, um Besuchern mit E-Auto das Zwischenladen auf den Parkplätzen des Zoos und des Familiengartens zu ermöglichen. Um die Organisation der Ladeinfrastruktur im Landkreis Barnim stärker zu bündeln, hat die Stadt Eberswalde die Eigentumsrechte und den Betrieb der beiden Ladesäulen zum 1. Januar 2020 an die Kreiswerke Barnim übergeben. In diesem Zusammenhang wurden die Säulen demontiert, gewartet, eichrechtskonform umgerüstet und mit dem Design des emobility Ladenetzes Barnim versehen. Ab sofort stehen sie wieder jeweils vor Ort zum Laden bereit.

Realisierung der 2. Ausbaustufe

Das emobility Ladenetz Barnim wird  seit 2019 von den Kreiswerken Barnim  betrieben. Ziel ist die kommunale Bereitstellung öffentlicher Ladeinfrastruktur im gesamten Landkreis Barnim mit einem Stationsabstand von jeweils 10 bis 15 Kilometern. Die 1. Ausbaustufe des Vorhabens konnte mit rund 43.000 € durch das Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert werden. Die Förderung der derzeitig in der Realisierung befindlichen 2. Ausbaustufe erfolgt durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) sowie die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) in Höhe von 60.500 € für die Bereitstellung von sieben Normalladesäulen im Barnim.

In diesem Rahmen konnten 2020 bereits Ladesäulen in Tuchen, Melchow und am Klinikum Barnim in Eberswalde installiert werden. Weitere sollen im Juli 2020 folgen, darunter in Eberswalde, Lunow, Stolzenhagen und Ruhlsdorf. Auch die dritte Ausbaustufe des emobility Ladenetzes mit weiteren Ladepunkten, u.a. in Ahrensfelde und Werneuchen, ist bereits bewilligt. Alle Ladesäulen des Ladenetzes Barnim werden zu 100 % mit Ökostrom der Stadtwerke Bernau betrieben.

Nutzung des emobility Ladenetzes Barnim

Die Nutzung der Ladesäulen des emobility Ladenetzes Barnim ist mittels einer Ladekarte möglich, die für einmalig 10,00 € bei den Kreiswerken Barnim beantragt werden kann. Alternativ kann der Ladevorgang per Zugang über eine App (z.B. Plugsurfing) mit Zuordnung der Ladepunktnummer oder durch das Scannen des QR-Codes (Abbuchung von der Kreditkarte) mit dem Smartphone aktiviert werden. Die Ladestartgebühr für das emobility Ladenetz Barnim beträgt 2,00 € zzgl. 0,32 €/kWh. Nutzerinnen und Nutzer des kommunalen E-Mobilitätsangebots BARshare können die Ladesäulen kostenlos nutzen. Alle Ladesäulen sind entsprechend der europaweiten Norm mit dem Typ-2-Stecker ausgestattet und verfügen über eine Ladeleistung von 22 kW. Der Akku eines BARshare Renault Zoes Z.E. 40 LIFE etwa kann mit dieser Ladeleistung innerhalb von 2,5-3 Stunden voll aufgeladen werden.

Foto: Jörg Schellhase, Leiter des Liegenschaftsamts Britz-Chorin-Oderberg, an der neuen Ladesäule auf dem Besucherparkplatz des Schiffshebewerks Niederfinow

Ab sofort Anlaufpunkt für Kundinnen und Kunden der BDG sowie das kommunale E-Mobilitätsangebot BARshare: das Servicebüro BARNIM ENERGIE (Foto: KWB)

Das Team BARNIM ENERGIE berät zu Fragen der Abfallentsorgung und ist Führerscheinvalidierungsstelle für BARshare-Nutzer

Das im Juni eröffnete Servicebüro BARNIM ENERGIE in der Eberswalder Friedrich-Ebert-Straße 10 erfreut sich bereits nach kurzer Zeit eines regen Zulaufs, weiß Lars Strube, Vertriebsleiter der regionalen Energiemarke BARNIM ENERGIE zu berichten.  Täglich schauen interessierte Barnimer in dem Ladenbüro vorbei und lassen sich zu den Strom- und Gastarifen beraten, informieren sich über BARNIM ENERGIE oder schließen einen Vertrag ab. Seit neuestem können gleich mehrere Anliegen mit einem Besuch erledigt werden.

Beratung zu Abfallthemen
So ist das Büro seit dem 1. Juli auch Anlaufpunkt für Belange rund um die Abfallentsorgung. Eine Kundenbetreuerin der Barnimer Dienstleistungsgesellschaft  (BDG) ist dann ab sofort persönlich für Entsorgungsfragen ansprechbar. „Unsere Kunden können sich hier zum Beispiel ihre Sperrmüllkarte abholen, Abfallbehälter an- und abmelden oder Abfallsäcke kaufen“, zählt Kundenbetreuerin Nicole Heisel auf. 

Führerschein für die BARshare-Nutzung validieren
Mit der Führerscheinvalidierung für das kommunale E-Carsharing BARshare wird das Servicebüro zusätzlich um das Thema Mobilität erweitert. Nach der einmaligen Registrierung für BARshare in der kostenlosen BARshare-App oder auf der Webseite www.barshare.de ist eine Validierung des Führerscheins notwendig, die seit dem 1. Juli auch im Servicebüro durchgeführt werden kann.  „Das ginge auch online, aber viele bevorzugen die persönliche Validierungsvariante, die zusätzlich zum Kreishaus nun auch bei uns möglich ist“, sagt Strube.  

Werktäglich geöffnet
Das  Büro in der Friedrich-Ebert-Straße 10 ist werktäglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, am Dienstag und Donnerstag bis 18 Uhr.

Kontakt
Servicebüro BARNIM ENERGIE
Friedrich-Ebert-Straße 10, Eberswalde

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 03334 819 22 36 (BARNIM ENERGIE)
Telefon: 03334 526 20 27 (BDG)

Foto: Ab sofort Anlaufpunkt für Kundinnen und Kunden der BDG sowie das kommunale E-Mobilitätsangebot BARshare: das Servicebüro BARNIM ENERGIE (Foto: KWB)

Kreiswerke Barnim und Stadtwerke Bernau eröffnen BARNIM ENERGIE-Servicebüro für Strom und Gas in Eberswalde ­ Anlaufpunkt auch für weitere Dienstleistungen

Persönliche Ansprechbarkeit und ein direkter Bezug zum Barnim: Für diese Werte soll das neue Strom- und Gasangebot BARNIM ENERGIE stehen, das die Kreiswerke Barnim und die Stadtwerke Bernau zum 1. Mai gemeinsam auf den Weg gebracht haben. Dementsprechend groß ist die Freude der beiden Geschäftsführer, Christian Mehnert und Bärbel Köhler, über das neue Servicebüro in der Friedrich-Ebert-Straße 10 in Eberswalde, welches am Mittwoch (10. Juni) eingeweiht werden konnte. Im Servicebüro in Eberswalde beantworten die Mitarbeitenden nun täglich Fragen zum neuen Angebot und rühren kräftig die Werbetrommel: Zur Eröffnung sind Passanten vor allem durch den Popcorn-Duft angelockt worden. „Künftig möchten wir mit unseren Angeboten punkten“, erzählt Lars Strube, Kundenberater im Büro Eberswalde. Interessenten können sich im Servicebüro zu ihrem Strom- und Gastarif beraten lassen, sich über BARNIM ENERGIE informieren oder einen Vertrag persönlich abschließen. Weiterhin ist dies auch über den Online-Auftritt unter www.barnim-energie.de möglich. Darüber hinaus wird das Servicebüro auch Anlaufpunkt für weitere Dienstleistungen von Kreiswerken und Stadtwerken, etwa für Themen rund um die Abfallentsorgung oder das E-Carsharing „BARshare“ sein. Wer die eigene Energiewende voranbringen will, kann sich auch über die Möglichkeiten einer Photovoltaik-Anlage von den Stadtwerken Bernau informieren, die es zum Kauf oder als Mietmodell gibt.

Strom von nebenan
Das Angebot von BARNIM ENERGIE umfasst zunächst sowohl Strom- als auch Gastarife. „Durch die Zusammenarbeit der Kreiswerke Barnim und der Stadtwerke Bernau haben Verbraucher die Möglichkeit, Energie auch über Bernau hinaus von einem regionalen Anbieter zu beziehen“, verweist Bärbel Köhler auf die kommunale Verankerung beider Unternehmen. Die Energiemenge für den BARNIM STROM wird von den Stadtwerken Bernau zu 100 Prozent in den eigenen Blockheizkraftwerken erzeugt. Damit sparen Verbraucher im Vergleich zu konventionellem Strom etwa 30 Prozent Treibhausgas-Emissionen ein. „Das Interesse an BARNIM ENERGIE ist spürbar. Wir haben täglich zahlreiche Anfragen und konnten bereits erste Verträge abschließen“, zieht Christian Mehnert ein erstes Fazit.

Werktäglich geöffnet
Die Eröffnung des Servicebüros fiel kleiner aus als geplant: „Die Sicherheit und Gesundheit von Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden geht vor, deshalb verzichten wir unter den gegebenen Umständen auf eine große Feier“, erläutert Lars Strube. Wer das Büro besucht, den bitten die Verantwortlichen die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln zu berücksichtigen. Informationen zum neuen Angebot gibt es auch telefonisch unter 03334 819 22 36 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Das Büro in der Friedrich-Ebert-Straße 10 ist werktäglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet, am Dienstag und Donnerstag bis 18 Uhr.

KWB, Stadtwerke Bernau | 10. Juni 2020

Foto: Feierliche Eröffnung des neuen Servicebüros BARNIM ENERGIE in Eberswalde. Die Marke hat nun einen Anlaufpunkt für die persönliche Beratung für Strom und Gas vom regionalen Energieversorger. Papagei Frieda ist gespannt auf die ersten 50 BARNIM Strom-Kunden, die sich über eine Familienjahreskarte für den Zoo Eberswalde freuen dürfen. (Foto: Torsten Stapel)

v.l. Bärbel Köhler (Geschäftsführerin Stadtwerke Bernau), Dr. Bernd Hensch (Direktor Zoo Eberswalde), Christian Mehnert (Geschäftsführer Kreiswerke Barnim), Papagei Frieda, Sven Anders (Leiter Kundenservice Stadtwerke Bernau) 

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